Liverpool gewann sein erstes Champions-League-Spiel gegen Atlético Madrid mit 2:1 und könnte mit einem weiteren Erfolg einen wichtigen Schritt in Richtung K.-o.-Phase machen. Der LASK steht nach der Auftaktniederlage gegen AEK Athen hingegen noch ohne Punkte da. Sportlich sind die Kräfteverhältnisse klar verteilt, doch beide Trainer haben vor dem Duell mit erheblichen Problemen zu kämpfen.
Iraola muss auf drei Leistungsträger verzichten
Alexander Isak, Cody Gakpo und Dominik Szoboszlai stehen Liverpool in Linz nicht zur Verfügung. Alle drei kehrten mit körperlichen Problemen von ihren Nationalteams zurück und konnten bislang nicht wieder mit der Mannschaft trainieren.
Iraola erklärte auf der Pressekonferenz, dass keiner der drei Spieler weit von einer Rückkehr entfernt sei. Einen konkreten Zeitpunkt wollte er allerdings nicht nennen. Auch für die kommenden Begegnungen gegen Brentford, Villarreal und Brighton sei noch unklar, wann die Leistungsträger wieder einsatzfähig sein würden.
Die Ausfälle treffen Liverpool besonders in der Offensive. Gakpo, Isak und Szoboszlai gehörten bisher zu den gefährlichsten Spielern der Mannschaft. Ihre Tore und Vorlagen müssen nun andere Akteure kompensieren.
Iraola sieht darin allerdings keine außergewöhnliche Situation. Verletzungen nach Länderspielpausen würden zahlreiche Mannschaften betreffen, auch beim LASK sei die Personalsituation angespannt.
Wirtz und Barcola müssen offensiv mehr Verantwortung übernehmen
Besonders im Fokus stehen Florian Wirtz und Neuzugang Bradley Barcola. Der französische Flügelspieler wartet nach seinem Wechsel von Paris Saint-Germain noch auf seine erste Torbeteiligung für Liverpool, während Wirtz in dieser Saison bislang erst einen Assist verbuchen konnte.
Iraola möchte die beiden Offensivspieler allerdings nicht ausschließlich an ihren Statistiken messen. Barcola habe gegen Manchester City mehrere gute Aktionen gezeigt und aussichtsreiche Situationen vorbereitet, die seine Mitspieler nicht verwerten konnten.
Auch Wirtz nahm der Liverpool-Trainer ausdrücklich in Schutz. Zwar räumte er ein, dass der deutsche Nationalspieler gegen Manchester City keinen besonders guten Tag erwischt habe, erinnerte aber an dessen überzeugende Auftritte in anderen Begegnungen und im Nationalteam.
Iraola betonte, dass beide Spieler sein volles Vertrauen genießen. Er wolle ihre Leistungen vor allem danach beurteilen, wie sie das Zusammenspiel verbessern und zum Erfolg der Mannschaft beitragen. Wer letztlich die Tore erziele, sei für ihn zweitrangig.
Liverpool-Coach kündigt Änderungen in der Startelf an
Die 0:3-Niederlage gegen Manchester City lieferte Iraola weitere Erkenntnisse. Besonders unzufrieden zeigte sich der Spanier mit dem Auftritt seiner Mannschaft nach dem Platzverweis gegen Ryan Gravenberch.
Liverpool kassierte kurz nach der Roten Karte das erste Gegentor und fand anschließend keine passende Balance. Weil die Reds einem Rückstand hinterherlaufen mussten, konnten sie sich nicht ausschließlich auf eine kompakte Defensive beschränken. Gleichzeitig gelang es ihnen nicht mehr, Manchester City wirkungsvoll unter Druck zu setzen. Die Leistung vor dem Platzverweis bewertete Iraola hingegen wesentlich positiver. Einsatzbereitschaft, Intensität und Einstellung hätten gestimmt.
Für das Spiel in Linz deutete der Trainer mehrere Änderungen an. Liverpool absolviert vier Partien innerhalb von zehn Tagen, weshalb die Belastung einzelner Spieler berücksichtigt werden müsse. Die Vorbereitung erfolge aufgrund des engen Spielplans hauptsächlich durch Videoanalysen und taktische Besprechungen.
Kühbauer setzt trotz Formkrise auf den Überraschungseffekt
Beim LASK ist die Ausgangslage ebenfalls schwierig. Die Linzer sind seit vier Pflichtspielen sieglos und mussten zuletzt gegen den SK Rapid eine verdiente 0:2-Niederlage hinnehmen. Besonders gegen die spielstarken Wiener offenbarte die Mannschaft Probleme im Spielaufbau und konnte sich offensiv nur selten durchsetzen. Hinzu kommt, dass Leistungsträger wie Melayro Bogarde und Kasper Jørgensen noch nicht an ihre starken Auftritte aus der vergangenen Saison anschließen konnten.
Auch personell muss Kühbauer improvisieren. George Bello und Moses Usor verletzten sich gegen Rapid und fallen ebenso aus wie der Langzeitverletzte Ramiz Harakate. Auf der linken Seite könnte deshalb Yvan Dibango zum Einsatz kommen.
Kühbauer machte auf der Pressekonferenz deutlich, dass er die jüngsten Rückschläge nicht überbewerten wolle. Die vergangenen Spiele seien analysiert worden, nun müsse sich die Mannschaft auf die nächste Gelegenheit konzentrieren.
Liverpool bezeichnete er als außergewöhnlichen Gegner, vor dessen Qualität seine Spieler allerdings nicht erstarren dürften. Trotz des enormen Unterschieds bei den individuellen Möglichkeiten müsse der LASK daran glauben, etwas erreichen zu können. Als Beispiel dient die erfolgreiche Aufholjagd gegen den Celtic FC in der Champions-League-Qualifikation. Damals machten die Linzer mit einem 5:1-Heimsieg einen 0:3-Rückstand aus dem Hinspiel wett.
Für Kühbauer ist klar, dass gegen Liverpool eine außergewöhnliche Leistung sämtlicher eingesetzter Spieler notwendig sein wird. Iraola wiederum formulierte die Zielsetzung seiner Mannschaft unmissverständlich: Liverpool wolle und müsse dieses Spiel gewinnen, um nach dem Auftaktsieg gegen Atlético den nächsten Schritt in Richtung K.-o.-Phase zu machen.