Die Einigung zwischen Max Verstappen und Red Bull war offenbar alles andere als selbstverständlich. Während Gerüchte über einen Teamwechsel kursierten, war für den Niederländer ein ganz anderes Szenario realer: das Karriereende. “Wahrscheinlich eher kurz vor dem Rücktritt als vor einem Wechsel zu einem anderen Team” habe er gestanden, sagte der viermalige Weltmeister am Donnerstag im Fahrerlager von Zandvoort. Teamchef Laurent Mekies habe er zu Saisonbeginn unmissverständlich mitgeteilt: “Komm mir nicht mit all diesen Fragen zur Zukunft, denn ich weiß noch nicht einmal, ob ich überhaupt bleiben will.” Der Kern seines Widerstands: die neue Formel-1-Motorenregel, bei der inzwischen fast die Hälfte der Leistung aus der Batterie stammt – was in der Praxis zu Energieproblemen führt.
Nach dem Großen Preis von Japan in Suzuka hatte Verstappen, einer der schärfsten Kritiker dieser Regelphilosophie, öffentlich mit einem vorzeitigen Rücktritt aus der Königsklasse gedroht. Nun aber unterschrieb er doch – bis 2030. Die Perspektive auf mögliche V8-Motoren mit reduziertem Hybridanteil, die FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem ab 2030 anstrebt, scheint dabei eine entscheidende Rolle gespielt zu haben: “Hoffentlich eröffnet sich bis 2030 mit der Einführung der V8-Motoren möglicherweise eine neue Chance”, so Verstappen. Die Regeln würden “langsam etwas besser werden”, sagte er, und er “akzeptiere die Situation, in der wir uns alle befinden”.
In den nächsten zwei Jahren soll der Verbrennungsmotor schrittweise wieder 60 Prozent der Gesamtleistung liefern. Ab 2031 kann die FIA das Reglement wieder ohne Herstellerzustimmung vorgeben. Vor dem Heimrennen in Zandvoort (Sonntag, 15.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) findet sich der Champion lediglich auf WM-Position sechs.