Ferrari hatte zuvor alle drei Trainingseinheiten angeführt und galt als Favorit. Antonelli setzte sich jedoch im entscheidenden Moment gegen die Konkurrenz durch und verschaffte sich damit die beste Ausgangsposition für das Rennen am Sonntag, bei dem er sogar vorzeitig Weltmeister werden könnte.
Ferrari ging als Favorit ins Qualifying
Charles Leclerc hatte am Freitag beide Trainingseinheiten angeführt, ehe Lewis Hamilton am Samstag die Bestzeit erzielte. Ferrari präsentierte sich nach seinen jüngsten technischen Verbesserungen in guter Form.
Antonelli gehörte zwar zum erweiterten Favoritenkreis, hatte aber seit sieben Rennen keine Poleposition mehr geholt. Im Abschlusstraining belegte er lediglich den vierten Platz, gut drei Zehntelsekunden hinter Hamilton. Dass er die Ferrari-Piloten auf einer schnellen Runde schlagen würde, war deshalb keineswegs selbstverständlich.
Zusätzliche Schwierigkeiten bereiteten die zahlreichen Bodenwellen und wechselnden Windverhältnisse. Besonders in den schnellen Kurven mussten die Fahrer auf eine stabile Fahrzeugbalance achten, während Überschreitungen der Streckenbegrenzungen Zeitstreichungen nach sich zogen.
In Q1 setzte zunächst Lando Norris mit 1:35,029 Minuten die Bestmarke. Leclerc folgte vor Verstappen und Hadjar, Antonelli belegte Platz sechs. Ausgeschieden waren Esteban Ocon, Lance Stroll, Carlos Sainz, Alexander Albon sowie die beiden Cadillac-Piloten Sergio Pérez und Valtteri Bottas.
Leclerc übernimmt in Q2 die Führung
Im zweiten Abschnitt entwickelte sich ein enger Kampf zwischen Mercedes, Ferrari, Red Bull und McLaren. Zunächst setzte Verstappen mit 1:34,471 Minuten die Bestzeit. Der Niederländer fand trotz der schwierigen Bedingungen einen guten Rhythmus, während Norris und die beiden Mercedes-Piloten zunehmend näher rückten.
Besonders Antonelli steigerte sich erheblich. Mit 1:34,278 Minuten unterbot er Verstappens Zeit um fast zwei Zehntelsekunden. Auch Teamkollege George Russell fand auf seiner schnellen Runde eine gute Balance und rückte an die Spitze heran.
Die entscheidende Verbesserung gelang allerdings Leclerc. Der Ferrari-Pilot fuhr 1:34,198 Minuten und war damit acht Hundertstelsekunden schneller als Antonelli. Russell folgte mit lediglich 0,107 Sekunden Rückstand auf Rang drei.
Leclerc bestätigte damit seine starke Trainingsform. Gleichzeitig hatte Mercedes den Abstand zu Ferrari erheblich verkürzt, sodass vor dem Finale mehrere Fahrer realistische Chancen auf die Poleposition besaßen.
Für Nico Hülkenberg war dagegen in Q2 Schluss. Der Audi-Pilot erreichte Platz zwölf, während Teamkollege Gabriel Bortoleto auf Rang 13 landete. Ebenfalls ausgeschieden waren Pierre Gasly, Franco Colapinto, Fernando Alonso und Oliver Bearman.
Antonelli setzt in Q3 die entscheidende Bestzeit
Im Kampf um die Poleposition legte zunächst Russell mit 1:34,476 Minuten vor. Antonelli konterte unmittelbar und unterbot seinen Teamkollegen um 0,441 Sekunden. Seine Runde von 1:34,035 Minuten war zugleich die schnellste des gesamten Wochenendes.
Der Italiener hatte seine Q2-Zeit nochmals um 0,243 Sekunden verbessert. Während Ferrari seine bisherigen Leistungen nicht mehr steigern konnte, fand Antonelli im entscheidenden Abschnitt zusätzliche Geschwindigkeit.
Verstappen kam mit 1:34,214 Minuten noch bis auf 0,179 Sekunden heran. Eine weitere Überraschung lieferte Hadjar, der sich mit 1:34,250 Minuten auf Rang drei schob. Der Franzose hatte zuvor mehrfach über Balanceprobleme geklagt, verbesserte seine Q2-Zeit aber um beeindruckende 0,637 Sekunden.
Auf den letzten Versuchen blieb Antonellis Bestmarke unangetastet. Der Mercedes-Pilot konnte sich selbst nicht mehr steigern, hatte seine Poleposition allerdings bereits mit seinem ersten schnellen Q3-Versuch abgesichert. Verstappen verlor auf seiner abschließenden Runde ebenfalls Zeit und musste sich mit Platz zwei begnügen.
Ferrari enttäuscht, Norris verliert wichtige Rundenzeit
Nach drei Trainingsbestzeiten musste sich Ferrari mit den Startplätzen vier und fünf zufriedengeben. Leclerc erreichte 1:34,267 Minuten, Hamilton folgte mit 1:34,311 Minuten.
Vor allem Leclerc verpasste eine große Gelegenheit. Seine Q2-Bestzeit hätte im Finale für Platz zwei gereicht. Stattdessen war er in Q3 langsamer, während Antonelli und beide Red-Bull-Piloten zulegen konnten.
Russell wurde im zweiten Mercedes Sechster. McLaren erlebte ebenfalls einen enttäuschenden Nachmittag: Oscar Piastri belegte Platz sieben, Norris kam nicht über Rang acht hinaus. Dem Briten wurde seine schnellste Q3-Runde wegen einer Überschreitung der Streckenbegrenzungen gestrichen.
Arvid Lindblad und Liam Lawson komplettierten die ersten zehn, wobei Lawson in Q3 ohne Rundenzeit blieb. Lindblad wird wegen eines zusätzlichen Motorwechsels allerdings um fünf Plätze zurückversetzt, auch Franco Colapinto und Gabriel Bortoleto müssen nach Antriebsstrafen weiter hinten starten.
Antonelli hat den WM-Titel im Blick
Mit seiner Poleposition hat Antonelli die Grundlage für einen möglichen vorzeitigen Titelgewinn geschaffen. Dafür müsste der Italiener gewinnen, während Russell höchstens Neunter und Hamilton maximal Fünfter werden dürfte. Beide unmittelbaren WM-Verfolger starten allerdings aus den ersten sechs Positionen.
Die Streckenführung in Austin verspricht einen spannenden Start. Die rund 230 Meter lange Anfahrt zur ersten Kurve führt steil bergauf und endet in einer engen Linkskurve. Verstappen könnte von Startplatz zwei versuchen, Antonelli bereits beim Anbremsen zu überholen. Die breite Kurveneinfahrt erlaubt dabei unterschiedliche Linien und eröffnet auch den dahinter startenden Fahrern Angriffsmöglichkeiten.
Für Antonelli wird es deshalb entscheidend sein, die Führung durch die erste Kurvenkombination zu behaupten. In sauberer Luft lässt sich das eigene Tempo besonders in den schnellen Richtungswechseln des ersten Sektors besser ausspielen.
Die Strecke bietet allerdings weitere Überholmöglichkeiten. Besonders auf der langen Gegengeraden vor Kurve zwölf können Fahrer mit hoher Endgeschwindigkeit angreifen. Ferrari und Red Bull sind somit keineswegs auf einen erfolgreichen Start angewiesen, um Mercedes herauszufordern.
Antonelli hat sich die beste Ausgangslage geschaffen, doch Verstappens Rennstärke und Ferraris überzeugende Trainingsleistungen versprechen einen umkämpften Grand Prix.
Startaufstellung zum Großen Preis der USA
P1 Kimi Antonelli – Mercedes
P2 Max Verstappen – Red Bull
P3 Isack Hadjar – Red Bull
P4 Charles Leclerc – Ferrari
P5 Lewis Hamilton – Ferrari
P6 George Russell – Mercedes
P7 Oscar Piastri – McLaren
P8 Lando Norris – McLaren
P9 Liam Lawson – Racing Bulls
P10 Pierre Gasly – Alpine
P11 Nico Hülkenberg – Audi
P12 Fernando Alonso – Aston Martin
P13 Oliver Bearman – Haas
P14 Arvid Lindblad – Racing Bulls
P15 Esteban Ocon – Haas
P16 Lance Stroll – Aston Martin
P17 Carlos Sainz – Williams
P18 Alexander Albon – Williams
P19 Sergio Pérez – Cadillac
P20 Valtteri Bottas – Cadillac
P21 Franco Colapinto – Alpine
P22 Gabriel Bortoleto – Audi