Für Verstappen schloss sich damit ein Kreis: Bereits 2017 hatte der Niederländer das bis heute letzte Formel-1-Rennen in Sepang gewonnen. Neun Jahre später triumphierte er erneut auf dem malaysischen Kurs und bescherte gleichzeitig der neuen Red-Bull-Ford-Partnerschaft ihren ersten Grand-Prix-Sieg.
Regen und Softwareprobleme sorgen für lange Verzögerung
Noch bevor das Rennen richtig begonnen hatte, herrschte in Sepang Chaos. Kurz vor dem ursprünglich für 15:00 Uhr Ortszeit angesetzten Start zog ein heftiges Gewitter über die Strecke. Große Mengen stehenden Wassers machten einen sicheren Beginn zunächst unmöglich, sodass die Startprozedur verschoben wurde.
Nach rund 40 Minuten schickte die Rennleitung das Feld auf Intermediates hinter dem Safety Car hinaus. Doch nun traten technische Probleme auf. Verstappen meldete Schwierigkeiten bei der Beschleunigung, Lewis Hamilton rollte zeitweise nur langsam über die Strecke und blieb kurz stehen. Auch weitere Autos waren betroffen. Hamilton funkte an Ferrari, dass trotz durchgedrücktem Gaspedal keine Leistung komme.
Der Startversuch wurde daraufhin abgebrochen und das gesamte Feld in die Boxengasse zurückgeschickt. Weil das Rennen zu diesem Zeitpunkt offiziell noch nicht begonnen hatte, wurde später wieder die ursprüngliche Startaufstellung hergestellt.
Nach Angaben von Mercedes erhielten die Teams während der Unterbrechung zudem neue Softwaredaten von der FIA. Die Situation war auch deshalb ungewöhnlich, weil die neue Fahrzeuggeneration von 2026 zuvor praktisch keine Erfahrung unter derart nassen Rennbedingungen gesammelt hatte.
Erst um 16:33 Uhr Ortszeit – mehr als eineinhalb Stunden nach dem geplanten Beginn – konnte das Rennen schließlich aufgenommen werden.
Mercedes überrascht Verstappen beim Start
Bis dahin war die Strecke bereits stark abgetrocknet, wodurch die Reifenwahl zum Glücksspiel wurde. Verstappen und die beiden Mercedes gingen unter anderem auf Intermediates ins Rennen, Hamilton und Leclerc wählten Soft-Reifen, die McLaren Mediums.
Die Slicks waren zunächst die schlechtere Wahl. Hamilton, Leclerc und Norris verloren massiv an Boden, während Antonelli und George Russell beim stehenden Start an Verstappen vorbeizogen und Mercedes eine Doppelführung übernahm.
Verstappen reagierte allerdings schnell. Zunächst überholte er Russell, danach setzte er Antonelli unter Druck. In Runde zehn sorgte Valtteri Bottas mit einem Ausritt ins Kiesbett für die erste Safety-Car-Phase. Nun wechselten die Fahrer auf Trockenreifen.
Beim Restart vor Runde 13 schlug Verstappen zu. In der Kombination der ersten Kurven setzte er sich gegen Antonelli durch und übernahm wieder die Führung. Russell schob sich ebenfalls am WM-Leader vorbei, musste seinen Teamkollegen einige Runden später jedoch wieder passieren lassen.
Verstappen setzt sich ab, Hamilton kämpft sich zurück
Nach dem Restart setzte sich Verstappen zunehmend von seinen Verfolgern ab und kontrollierte das Rennen an der Spitze. Sein Vorsprung auf Antonelli wuchs zwischenzeitlich auf rund zehn Sekunden, während Russell den Kontakt zu seinem Teamkollegen verlor.
Hamilton arbeitete sich derweil nach seiner misslungenen Reifenwahl beim Start wieder durch das Feld. Der Ferrari-Pilot überholte unter anderem Oscar Piastri, Arvid Lindblad, Esteban Ocon und Liam Lawson und rückte wieder in die Nähe der Spitzengruppe vor.
Auch bei den späteren Boxenstopps blieb Verstappen ungefährdet. Red Bull setzte mehrfach auf den Soft-Reifen, dessen Performance beim Niederländer besonders gut funktionierte. Antonelli konnte zwar folgen, kam aber nie nahe genug heran, um den viermaligen Weltmeister ernsthaft unter Druck zu setzen.
Russells Ausfall wirbelt das Rennen noch einmal durcheinander
Noch einmal spannend wurde es ab Runde 43. Alexander Albon stellte seinen Williams mit einem Getriebeproblem ab, zunächst wurde ein virtuelles Safety Car aktiviert. Verstappen nutzte die Gelegenheit für einen günstigen Reifenwechsel, wenig später entwickelte sich daraus eine vollständige Safety-Car-Phase.
Für George Russell endete das Rennen besonders bitter. Der Mercedes-Pilot musste sein Auto hinter dem Safety Car mit einem mutmaßlichen Problem an der Power Unit abstellen. Damit verpasste er nach seinem Sieg in Baku wichtige Punkte im WM-Duell mit Antonelli.
Nach der Freigabe blieben nur noch wenige Runden. Verstappen erwischte den Restart perfekt und setzte sich sofort wieder ab. Hinter ihm überholte Hamilton zunächst Isack Hadjar und sicherte sich damit Rang drei. Charles Leclerc zog kurz darauf ebenfalls am Red-Bull-Piloten vorbei.
Verstappen ließ sich die Führung nicht mehr nehmen und gewann 2,3 Sekunden vor Antonelli. Hamilton komplettierte mit 4,9 Sekunden Rückstand das Podium, dahinter folgten Leclerc, Hadjar und Piastri. Lawson wurde Siebter vor Fernando Alonso, Lando Norris und Lindblad.
Mit Rang zwei baute Antonelli seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft weiter aus. Der Mercedes-Pilot hält nun bei 320 Punkten, während Russell nach seinem Ausfall bei 236 Zählern bleibt. Hamilton folgt mit 214 Punkten, Verstappen liegt nach seinem ersten Saisonsieg nun gleichauf mit Norris bei 188 Punkten.