Mit dem fünften Tour-de-France-Triumph hat Tadej Pogacar Radsportgeschichte geschrieben. Der 27-jährige Slowene steht nun gleichauf mit Jacques Anquetil, Bernard Hinault, Eddy Merckx und Miguel Indurain.
Pogacar (UAE Emirates-XRG) beendete die 113. Frankreich-Rundfahrt mit 6:26 Minuten Vorsprung auf Remco Evenepoel und unterstrich damit seine erdrückende Dominanz beim wichtigsten Radrennen der Welt.
Den erhofften sechsten Etappensieg verpasste er jedoch knapp: Auf der auf 88,7 km verkürzten Schlussetappe griff Pogacar am Montmartre zweimal kraftvoll an, doch Mathieu van der Poel ließ sich nicht abschütteln. Ex-Weltmeister van der Poel attackierte seinerseits beim letzten Anstieg zur Basilika Sacré-Coeur, wo die Sportler ein ohrenbetäubendes Spektakel der Zuschauermassen erwartete, die die schmale Kopfsteinpflaster-Passage strömten. Doch Pogacar folgte.
Das Duo kämpfte gemeinsam gegen die Verfolger, doch auf dem Schlusskilometer ließ Pogacar abreißen – van der Poel rettete den Sieg mit einem Tigersprung auf der Ziellinie vor seinem Teamkollegen Jasper Philipsen und Mads Pedersen (Lidl-Trek).
Gesamtdritter wurde Pogacars Teamkollege Isaac Del Toro (+9:42), der damit das Weiße Trikot gewann und den nach einem Sturz im Zeitfahren der 16. Etappe ausgeschiedenen Florian Lipowitz von Red Bull-Bora-hansgrohe beerbte.
Die Etappe war von ursprünglich 133 auf 88,7 km gekürzt worden, weil das französische Innenministerium einen Teil der Sicherheitskräfte in von Bränden betroffene Regionen Frankreichs umgeleitet hatte.
Der offizielle Start erfolgte direkt an der Ziellinie in Paris, wo Pogacar auf einem Rad in gelber Sonderlackierung erschien und entspannt Arm in Arm mit seinen Teamkollegen für Fotos posierte.