Was als nasse Express-Fahrt an der Loire begann, endete als historischer Tag im Radsport: Die 11. Etappe der Tour de France von 2025 ist mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,91 km/h die schnellste Straßenetappe in der 113-jährigen Geschichte der Frankreich-Rundfahrt.
Den Tagessieg sicherte sich Sören Waerenskjold, der im chaotischen Massensprint von Nevers seinen Antritt früh setzte und damit Olav Kooij (Decathlon CMA CGM) sowie Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) hinter sich ließ. Für den 26-jährigen Norweger war es der erste Etappensieg bei der Tour de France – gefeiert mit einem Jubelschrei am Ufer der Loire.
Pascal Ackermann (Jayco AlUla) landete als bester Deutscher auf dem zehnten Platz und setzte die mittlerweile mehr als fünf Jahre andauernde Durststrecke der deutschen Fahrer fort. Auch Tim Merlier, der in dieser Tour bereits zwei Etappen gewonnen hat, wurde von Waerenskjolds frühzeitigem Vorstoß überrumpelt und erreichte lediglich Platz 15.
Die Etappe verlief auf dem flachen Kurs für Gesamtführender Tadej Pogacar (UAE Emirates-XRG) weitgehend ereignislos – sieht man von einem defekten Funkgerät ab, mit dem sein Helfer Nils Politt schnell Abhilfe schaffte. Der Slowene führt die Gesamtwertung weiterhin mit 3:36 Minuten vor Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) an, Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) folgt auf Rang sechs mit 4:44 Minuten Rückstand.
Trotz des verregneten Starts hatten die Fahrer keine Scheu vor dem rutschigen Asphalt: Das Tempo blieb hoch, zur Halbzeit lag der Schnitt bereits bei über 52 km/h. Julian Alaphilippe, zweimaliger Weltmeister, führte eine vierköpfige Fluchtgruppe an, die mangels Bergwertungen jedoch kaum Chancen hatte.
Für einen kurzen Schockmoment sorgte Georg Zimmermann (Lotto-Intermarché): Der frühere deutsche Meister stürzte rund 30 km vor dem Ziel in der Verpflegungszone, stieg aber wieder aufs Rad und fuhr ins Ziel, betreut von den Tour-Ärzten. Am Donnerstag folgt die vermutlich letzte Sprinter-Etappe: 179,1 km von der ehemaligen Formel-1-Strecke in Magny-Cours nach Chalon-sur-Saône.