Auf der 13. Etappe der Tour de France hat Mauro Schmid (Jayco AlUla) seinen ersten Tagessieg bei der Frankreich-Rundfahrt gefeiert. Der 26-Jährige aus der Schweiz distanzierte den Kolumbianer Harold Tejada (XDS Astana) im Zielsprint nach 205,8 Kilometern – der längsten Etappe des diesjährigen Rennens. Es war der größte Karriereerfolg für Schmid, der im Vorjahr ein vergleichbares Ausreißer-Duell noch verloren hatte.
Den entscheidenden Schritt setzte das Duo etwa 15 km vor dem Ziel, als es sich vom Rest der Spitzengruppe absetzte. Tom Pidcock landete mit zwei Sekunden Rückstand auf dem dritten Platz und profitierte ebenfalls vom Tag der Ausreißer: Der Brite (Pinarello Q36.5) kletterte in der Gesamtwertung auf Rang vier (+4:15 Minuten) und verdrängte damit Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe).
Allerdings dürfte der zweifache Mountainbike-Olympiasieger langfristig nicht mit den Rundfahrtspezialisten Schritt halten können. Das Peloton mit dem Gesamtführenden Tadej Pogacar (UAE Emirates-XRG) im Gelben Trikot kam mit 7:32 Minuten Rückstand ins Ziel. Der Slowene führt die Gesamtwertung mit 3:36 Minuten vor Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) an. Lipowitz ist als Siebter mit +4:44 Minuten gelistet.
Auf dem Weg zur Ausreißergruppe legte Georg Zimmermann trotz acht Stichen am Kinn nach seinem Sturz vom Vortag ein kämpferisches Rennen hin – doch seine frühe Attacke mit weiteren Fahrern wurde nach 40 Minuten vom Feld neutralisiert. Auch danach herrschte lange Unruhe im Peloton, bis sich nach gut 50 km eine Spitzengruppe von knapp 60 Fahrern herauskristallisierte.
Auch Michel Heßmann (Movistar) und John Degenkolb (Picnic PostNL) befanden sich darunter. Eine zweite Verfolgergruppe, die auf die Sprintwertung 68 km vor dem Ziel spekulierte, schloss sich nach langer Jagd an.
Am Ballon d’Alsace, dem Anstieg der Kategorie eins mit Gipfel 30 km vor dem Ziel, gab es trotz mehrerer Angriffe keine Vorentscheidung. Schmids Teamkollege Pascal Ackermann, der bisher enttäuschend in die Tour gestartet war, hatte ebenfalls Grund zur Freude.
Die 14. Etappe von Mülhausen nach Le Markstein Fellering (155,3 km) in den Vogesen birgt erneut Potenzial für Angreifer – vor allem Vingegaard dürfte der Zielort bekannt vorkommen: Dort zementierte er 2023 seinen zweiten Tour-Sieg, Pogacar gewann damals die Etappe und will das wiederholen.