Torstein Träen vom Team Uno-X Mobility hat bei der Tour de France überraschend das Gelbe Trikot übernommen. Der 30-jährige Norweger war auf der vierten Etappe von Carcassonne nach Foix Teil einer 34-köpfigen Fluchtgruppe, die sich früh vom Peloton absetzte und zeitweise über zwölf Minuten Vorsprung herausfuhr.
Träen kam nach 181,9 welligen Kilometern als Achter ins Ziel – und verdrängte Titelverteidiger Tadej Pogacar von der Spitze der Gesamtwertung. Die Klassementfahrer um den Slowenen trudelten 13 Minuten später ein, sodass Träen nun 7:53 Minuten vor Pogacar liegt. Träen ist erst der dritte Norweger in der Tourgeschichte, der das Maillot Jaune trägt.
Den Etappensieg sicherte sich der Däne Mads Pedersen, Weltmeister von 2019, und bescherte dem deutschen Rennstall Lidl-Trek damit den ersten Tageserfolg dieser Rundfahrt. Sein Teamkollege, der US-Amerikaner Quinn Simmons, kam als Zweiter ins Ziel – ein Doppelschlag für Lidl-Trek. Rang drei holte der Spanier Raúl Carcía Pierna (Movistar).
Pogacar (UAE Emirates-XRG) fiel auf Gesamtrang vier zurück, gleichauf mit dem Dänen Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike). Bester Deutscher des Tages wurde Georg Zimmermann (Lotto-Intermarché) als 17. mit 2:27 Minuten Rückstand – er hatte lange zur Spitzengruppe gezählt, bevor er am letzten Anstieg abreißen lassen musste.
Florian Lipowitz (Red Bull) rollte mit dem Hauptfeld als 60. ins Ziel und ist in der Gesamtwertung Elfter mit 8:46 Minuten Rückstand auf Träen. In der sengenden Hitze von knapp 40 Grad kontrollierte der Kölner Nils Politt als Zeitfahr-Meister lange das Peloton-Tempo – eine Anweisung, die Fluchtgruppe einzuholen, erhielt er diesmal jedoch nicht.
Am Mittwoch folgt eine 158,3 Kilometer lange Etappe von Lannemezan nach Pau, wo eine Sprinterankunft erwartet wird – mit einem steilen Bergpass der 3. Kategorie rund 25 Kilometer vor dem Ziel als entscheidender Hürde.